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Neue Grafiken zeigen die neue Welt der Bürgerenergie

Drei neue Grafiken machen den Anfang – weitere folgen.

Mit dem neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) verändert sich nicht nur der gesetzliche Rahmen des österreichischen Strommarkts – auch neue Begriffe, Rollen und Möglichkeiten kommen ab 1. Oktober 2026 (dem Inkrafttreten der Bürgerenergie) hinzu. Damit diese möglichst verständlich und anschaulich vermittelt werden können, passen wir derzeit unsere Fachgrafiken und Illustrationen Schritt für Schritt an die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen an.
Neu hinzugekommen sind eine Fachgrafik zu den aktiven Kunden, eine Fachgrafik zu den Netzebenen sowie unsere neu gestaltete Hauptillustration, die die vielfältigen Möglichkeiten einer zunehmend dezentralen und gemeinschaftlichen Energiewelt sichtbar macht.

Aktive Kunden und deren neuen Möglichkeiten am Strommarkt

Die Fachgrafik „Die aktiven Kunden am Energiemarkt“ zeigt in der Mitte mehrere Personen als aktive Kunden. Von ihnen führen verschiedenfarbige Pfeile zu ihren Vertragsbeziehungen und zu den Möglichkeiten, wie sie am Energiemarkt aktiv werden können. Gelbe Pfeile kennzeichnen notwendige Vertragsverhältnisse: Aktive Kunden haben einen Vertrag mit einem Stromlieferanten sowie einen Netzvertrag mit dem Verteilnetzbetreiber. Hellblaue Pfeile zeigen die verschiedenen Möglichkeiten der aktiven Kunden. Sie können Strom erzeugen sowie eigenerzeugten Strom verbrauchen, speichern und verkaufen, Stromerzeugungs- und Energiespeicheranlagen betreiben, Eigenversorgungsanlagen nutzen, an Flexibilitäts- und Energieeffizienzprogrammen teilnehmen, Strom über Direktleitungen beziehen und Energie gemeinsam mit anderen nutzen. Die gemeinsame Energienutzung ist in der Grafik durch mehrere Personen in einem gemeinsamen Wohn- und Arbeitsumfeld dargestellt. Hellgrüne Pfeile zeigen mögliche zusätzliche Vertragsverhältnisse: Aktive Kunden können einen Organisator, beispielsweise einen Dienstleister, beauftragen oder mit anderen Dritten und Aggregatoren zusammenarbeiten. Eine Legende am unteren linken Bildrand erklärt die Farben der Pfeile: Gelb steht für notwendige Vertragsverhältnisse, Hellblau für Möglichkeiten der aktiven Kunden und Hellgrün für mögliche zusätzliche Vertragsverhältnisse. Am unteren Rand befinden sich die Logos der Österreichischen Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften und der Energieberatungsstellen aller Bundesländer sowie die Quellenangabe „Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im Klima- und Energiefonds“. © Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im Klima- und Energiefonds

Eine zentrale Rolle im neuen ElWG nehmen die aktiven Kunden ein. Sie sind Endkund:innen, die neben ihrem bestehenden Stromliefer- und Netzvertrag zusätzliche Möglichkeiten nutzen, um selbst am Strommarkt aktiv zu werden.
So können aktive Kunden beispielsweise eigenerzeugten Strom verbrauchen, speichern oder verkaufen, Erzeugungs- und Speicheranlagen betreiben, Strom an einem anderen eigenen Standort nutzen oder an Flexibilitäts- und Energieeffizienzprogrammen teilnehmen. Eine besonders wichtige Möglichkeit ist die gemeinsame Energienutzung: Dabei kann ausschließlich erneuerbarer Strom mit mehreren Teilnehmer:innen – etwa Haushalten, Betrieben oder Gemeinden – gemeinsam genutzt werden.  Wer an einer gemeinsamen Energienutzung teilnimmt, ist somit ebenfalls aktiver Kunde.
Unsere neue Fachgrafik greift genau diese unterschiedlichen Möglichkeiten auf und macht auf einen Blick sichtbar, wie aktive Kunden am Energiemarkt aktiv werden können.
Dabei müssen sie nicht alle Aufgaben selbst übernehmen: Für bestimmte Tätigkeiten können beispielsweise Organisatoren, andere Dritte oder Aggregatoren eingebunden werden und bei der Umsetzung unterstützen.

Reduzierte Netzentgelte in den Nahebereichen

Die Fachgrafik „Gemeinsame Energienutzung im österreichischen Stromnetz“ zeigt schematisch, wie gemeinsame Energienutzung auf unterschiedlichen Netzebenen und in verschiedenen räumlichen Bereichen möglich ist. Dargestellt sind die sieben Netzebenen vom Höchstspannungsnetz mit 380 bzw. 220 kV bis zur Niederspannungsebene mit 400 bzw. 230 Volt. Die Grafik unterscheidet vier Bereiche der gemeinsamen Energienutzung: den Standortbereich, den Lokalbereich, den Regionalbereich und die österreichweite Gebotszone. Je nach Bereich werden unterschiedliche Teile des Stromnetzes genutzt und unterschiedliche Netztarife angewendet. Im Standortbereich erfolgt die gemeinsame Energienutzung über Hauptleitungen einschließlich Sammelschienen. Im Lokalbereich werden die Netzebenen 6 und 7 genutzt, im Regionalbereich die Netzebenen 4 bis 7. Bei österreichweiter gemeinsamer Energienutzung innerhalb der Gebotszone können die Netzebenen 1 bis 7 genutzt werden; hier fallen die Netztarife in voller Höhe an. Für Standort-, Lokal- und Regionalbereich sind vergünstigte Netztarife vorgesehen, deren konkrete Höhe von einer zukünftigen Verordnung der Regulierungsbehörde abhängt. Entlang dieser Netzebenen sind verschiedene Erzeuger, Verbraucher und Prosumer dargestellt. Dazu gehören Haushalte, Mehrparteienhäuser, öffentliche Gebäude, Gewerbe- und Industriebetriebe sowie Großindustrie. Als Erzeugungsanlagen sind unter anderem Photovoltaikanlagen, Windparks, Kleinwasserkraftwerke und Wasserkraftwerke eingezeichnet. Zusätzlich werden Stromspeicher und E-Mobilität dargestellt. Pfeile zeigen, wie Strom zwischen Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen fließen kann. Eine Legende unterscheidet Prosumer beziehungsweise aktive Kunden, Verbraucher beziehungsweise aktive Kunden und Erzeuger. Zusätzlich zeigen unterschiedlich gerichtete Pfeile Erzeugung und Verbrauch. Im oberen Bereich der Grafik sind auch Stromimporte und Stromexporte über das Höchstspannungsnetz dargestellt. Die gemeinsame Energienutzung kann laut Grafik innerhalb einer juristischen Person, etwa einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft oder Bürgerenergiegemeinschaft, auf Basis vertraglicher Vereinbarungen wie Peer-to-Peer-Verträgen oder im Rahmen der Eigenversorgung über die dargestellten Netzebenen erfolgen. Am unteren Rand befinden sich ein QR-Code mit weiterführenden Informationen sowie die Logos der Österreichischen Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften, die Energieberatungsstellen aller Bundesländer, Klima- und Energiefonds sowie Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus. © Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im Klima- und Energiefonds

Auch die altbekannte Netzebenen-Grafik wurde auf die neue gemeinsame Energienutzung angepasst. Je nach Nahebereich sind weniger oder keine Netzentgelte für den in der gemeinsamen Energienutzung verbrauchten Strom zu bezahlen. Nach der Wahl des Nahebereichs kann Energie entweder über eine juristische Person (bspw. eine Energiegemeinschaft) oder über eine vertragliche Vereinbarung (bspw. über Peer-to-Peer-Verträge) geteilt werden.

Für alle Möglichkeiten gilt: Findet die Energienutzung im Nahebereich statt, profitieren die teilnehmenden Verbraucher:innen für den aus der gemeinsamen Energienutzung bezogenen Strom von finanziellen Anreizen in Form von reduzierten Netzentgelten. Wichtig ist: Alle Teilnehmer:innen befinden sich in einem Bereich, wobei der Nahebereich durch der/die am weitesten entfernte Teilnehmer:in definiert wird. Es kann innerhalb eines Bürgerenergiemodells immer nur ein Nahebereich zur Anwendung kommen.

Die Energiewelt von morgen auf einen Blick

Illustration einer vielfältigen Energiewelt mit gemeinsamer Energienutzung. Zu sehen sind Wohnhäuser, ein Mehrparteienhaus, ein Fahrradgeschäft, ein Coworking-Gebäude mit Supermarkt sowie Photovoltaikanlagen, Speicher, Wärmepumpen, E-Mobilität, eine E-Bus-Haltestelle, Windkraftanlagen und ein Wasserkraftwerk. Die gemeinsame Energienutzung wird durch gelbe Hervorhebungen sichtbar gemacht: Photovoltaikanlagen auf den Gebäuden sowie Geräte und Anwendungen, die mit diesem gemeinsam genutzten Strom versorgt werden – etwa Handys, E-Busse, Fahrräder, E-Autos oder Wärmepumpen – sind gelb markiert. So zeigt die Illustration, wie erneuerbarer Strom gemeinsam genutzt und in unterschiedlichen Bereichen des Alltags eingesetzt werden kann. © Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im Klima- und Energiefonds

Auch unsere bekannte Hauptillustration wurde neugestaltet und an die neuen Rahmenbedingungen angepasst. Sie zeigt, wie vielfältig Energie künftig erzeugt, gespeichert, genutzt und geteilt werden kann – von der Nutzung im Wohnhaus über Unternehmen bis hin zu Mobilität und erneuerbaren Erzeugungsanlagen.

So kann eine zukünftige Energiewelt aussehen: vielfältig, vernetzt und getragen von vielen unterschiedlichen Akteuren, die gemeinsam zur Energiewende beitragen. 

Weitere Grafiken folgen

Die beiden neuen Darstellungen sind erst der Anfang. Derzeit werden auch unsere weiteren Fachgrafiken und Illustrationen an die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und weiterentwickelt.

Wir werden die aktualisierten Grafiken laufend auf unserer Website ergänzen und natürlich auch über neue Inhalte und Materialien berichten.