DESIREE Forschungsprojekt & Umfrage – Dekarbonisierung und Bekämpfung von Energiearmut durch Energiegemeinschaften
30.06.2025Projektkonsortium:
- AIT Austrian Institute of Technology GmbH
- Sozialbau AG
- Enlion Smart Energy GmbH (ehemals Energie Kompass GmbH)
- Ivalu
- LIMOTUS GmbH
- E-Mobilitätszentrum 4u GmbH
- Future.Lab
Die Anzahl armutsgefährdeter Personen steigt durch die Teuerung stetig an, während der voranschreitende Klimawandel unsere volle Aufmerksamkeit fordert. DESIREE greift diese beiden Problemstellungen auf und untersucht das Potenzial von Energiegemeinschaften (EG) als Vehikel für (i) leistbare Energie, (ii) nachhaltiges Wohnen und (iii) saubere Mobilität, und zwar für alle Teile der Bevölkerung.
Umfrage gerichtet an Energiegemeinschaften:
Für das Projekt wäre es eine große Hilfe, aktuelle Informationen über den „Status“ von Energiegemeinschaften in Österreich zu bekommen. Dabei geht es uns speziell um grundlegende Charakteristika von Energiegemeinschaften (wie z.B. Teilnehmer*innen, geografische Verortung, Erzeugungsanlagen etc.) sowie konkret um soziale Aspekte (wie z.B. Entscheidungsfindung, Integration von vulnerablen Haushalten, Unterstützungsmaßnahmen etc.). Dies hilft dabei, Lösungsansätze zu entwickeln, wie Energiegemeinschaften in Zukunft möglichst inklusiv gestaltet werden können, sodass auch die vulnerabelsten Teile der Bevölkerung bei der Energiewende nicht zurückgelassen werden. Ein für die Forschungszwecke entwickelter Fragebogen richtet sich speziell an Energiegemeinschafts-Betreiber*innen und sollte nur ungefähr 5 Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nehmen. Es wäre dem Projektkonsortium sehr geholfen, wenn es möglich wäre, den Fragebogen bis Ende Juli auszufüllen.
Weitere Infos zum Projekt:
Um leistbare Energie für alle zu ermöglichen, sollen innerhalb von EGs spezielle Angebote geschaffen werden, die das Potenzial haben, insbesondere vulnerable Teilnehmende finanziell zu unterstützen. Dazu werden einerseits neue Methoden zur Umverteilung von Ersparnissen entwickelt und andererseits wird untersucht, welcher Anteil an vulnerablen Haushalten aus wirtschaftlicher Sicht realistisch in EG integrierbar ist, sodass alle Beteiligten weiterhin Einsparungen erzielen können. Weiters wird die Möglichkeit untersucht, innerhalb von EG eigene „Energiekonten“ zu implementieren, um die gemeinschaftliche Perspektive (anstelle der individuellen) in den Vordergrund zu rücken.
Leistbarer Energiebezug ist untrennbar mit dem Wohnbedürfnis verknüpft. DESIREE verfolgt die Hypothese, dass EG auch ein Vehikel für steigende Sanierungsraten sein können, was nachhaltiges Wohnen ermöglichen würde. Ein Umstieg von alten Gasheizungen hin zu Elektroheizungen oder Wärmepumpen würde durch günstigen Strom aus EG selbst für Haushalte mit limitierten finanziellen Mitteln deutlich einfacher. In diesem Kontext sollen das Kosten- sowie Emissionseinsparungspotenzial quantifiziert und innovative, sozial gerechte CO2-Bepreisungsmechanismen (z.B. Tarifstaffelung) entwickelt werden. Um Wissen rund um durch EG geschaffene Chancen und Möglichkeiten zu verbreiten, wird weiters das Beitragspotenzial von Hausverwaltungen bewertet, die Zugang zu sämtlichen Bewohner:innen sowie Eigentümer:innen haben.
Auch eröffnen EG neue Möglichkeiten in Bezug auf nachhaltige Mobilität. Mit der praktischen Umsetzung der Mehrfachteilnahme können EG-Mitgliedschaften (u. dementsprechend Routen) strategisch für Ladevorgänge geplant werden, ebenso wie EG-interne Ladeinfrastruktur. Es gilt zu eruieren, (i) ob solch neue Möglichkeiten zu konventionellen Angeboten konkurrenzfähig sind und (ii) ob es für EG rechtlich möglich wäre auch bestehende Ladeinfrastruktur konventioneller Betreibender mitzubenutzen. Weiters wird im Rahmen von DESIREE eine Lade-EG in der Praxis umgesetzt, um – inklusive entspr. Anreizmechanismen – zentralisierte gemeinschaftliche Ladeinfrastruktur (statt privaten Ladepunkten) zu forcieren und durch erweitertes Car-Sharing sozial verträgliche Angebote zu schaffen.
Die Ausschreibung „Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt“ ist Teil des FTI-Schwerpunkts „Klimaneutrale Stadt“ des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und des Klima- und Energiefonds (KLIEN). Die Abwicklung erfolgt im Auftrag des BMIMI und KLIEN durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).