Vorteile von Energiegemeinschaften

Dem Gesetz nach liegt der Zweck von Energiegemeinschaften im Nutzen für das Gemeinwesen.
Energiegemeinschaften sollen ihren Mitgliedern und den Gebieten, in denen sie tätig sind, ökologische, wirtschaftliche und sozialgemeinschaftliche Vorteile bringen.
Wir fassen die wichtigsten Aspekte zusammen, warum Sie eine Energiegemeinschaft gründen oder einer Energiegemeinschaft beitreten sollten.

Ökologische Vorteile

Die Energiegemeinschaft kann proaktiv die Energiewende unterstützen. Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften sorgen für eine lokale Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen, die im unmittelbaren Umfeld verbraucht werden kann. Lange Übertragungswege von konventionell erzeugter Energie können somit vermieden werden. Der CO2-Fußabdruck der Mitglieder, der Region und des ganzen Landes verringert sich dadurch. Zusätzlich wird ein neues Bewusstsein geschaffen – Woher kommt mein Strom und wie wird er produziert?

Wirtschaftliche Vorteile

Energiegemeinschaften bieten den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, Energie gemeinschaftlich zu nutzen und untereinander zu handeln. Mitglieder können wirtschaftliche Vorteile erzielen, indem sie die selbst erzeugte Energie innerhalb der Gemeinschaft verkaufen oder beziehen, die Vereinbarung des Preises ist Sache der Energiegemeinschaft.

Für den aus der Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft bezogenen Strom gibt es darüber hinaus finanzielle Anreize:

  • Entfall des Erneuerbaren-Förderbeitrags
  • Befreiung von der Elektrizitäts-Abgabe für Strom aus Photovoltaik
  • Reduktion der Netzentgelte

Maximal 50% der innerhalb einer Energiegemeinschaft (EEG u. BEG) erzeugten und nicht verbrauchten erneuerbaren Strommenge können mittels Marktprämie gefördert werden. Sonst sind für Bürgerenergiegemeinschaften keine zusätzlichen finanziellen Anreize vorgesehen.

Energiegemeinschaften können dazu beitragen, dass der Ausbau der regenerativen Energien deutlich vorangetrieben wird. Das führt zu einer Verringerung beim Import fossiler Energieträger, für die Österreich in der Vergangenheit jährlich bis zu 10 Mrd. Euro ausgegeben hat. Mit der vermehrten Realisierung von Energiegemeinschaften kann die lokale Wertschöpfung gesteigert werden, wodurch mehr Geld in der Region verbleibt.

Sozialgemeinschaftliche Vorteile

Durch Energiegemeinschaften wird das Bewusstsein im Themenbereich Klima und Energie gestärkt und der Wert einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung in der Bevölkerung verankert. Durch die vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung von Gemeinden, öffentlichen Einrichtungen, KMUs und Privatpersonen wird der Austausch untereinander und der sozialgemeinschaftliche Zusammenhalt gestärkt. Über die Stromerzeugung hinaus können weitere Gemeinschaftsaktivitäten ins Leben gerufen werden, die von Sharing-Konzepten für Mobilität bis hin zu Initiativen reichen, die der Energiearmut einzelner Mitglieder entgegenwirken.

Sektorenkopplung und Notstromversorgung

Im Bezug auf Energiegemeinschaften kann die Sektorenkopplung, welche die Verbindung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität ermöglicht, neu gedacht werden. Zum Beispiel kann die Verwendung eines Quartierspeichers innerhalb einer Energiegemeinschaft dazu beitragen, dass der Selbstversorgungsgrad deutlich erhöht wird und E-Autos zeitversetzt mit dem eigenerzeugten Strom geladen werden können. Dadurch tragen erneuerbare Energieträger noch stärker zur Dekarbonisierung in den einzelnen Sektoren bei und die Etablierung neuer Nutzungsmodelle wird vorangetrieben.

Darüber hinaus bieten Batteriespeichersysteme die Möglichkeit, im Falle eines Blackouts beispielsweise die Veranstaltungshallen von Gemeinden oder das Vereinshaus zu einer Notfall-Strominsel aufzuwerten.