Energiegemeinschaften – Ein Programm des Klima- und Energiefonds

Mit dem neuen Programm soll die Integration von Energiegemeinschaften in Österreich gestärkt und dadurch die Energiewende vorangetrieben werden. Unser Ziel ist es, eine Initialzündung für eine breite Umsetzung zu setzen. Wir unterstützen daher bewusst Projekte, die als Vorbild dienen. Diese sollen andere Personen, Gemeinden, Regionen und Projektentwickler zur Nachahmung anregen.

Ziele

Im Rahmen dieses Programmes können Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften und Bürgerenergiegemeinschaften in Österreich unterstützt werden, die als Vorbild- und Musterprojekte dienen. Diese sollen als Leuchtturmprojekte umgesetzt werden und danach andere Initiatoren, Gemeinden und Regionen zur Nachahmung und zur konkreten Umsetzung anregen. Dazu stehen drei Stufen (Pionier-, Sondierungs- und Integrationsphase) zur Verfügung.

Die eingereichten Projekte sollen die Realisierbarkeit klar erkennen lassen, einen entsprechenden Innovationsgrad aufweisen und ihren Mitgliedern oder den Gebieten, in denen sie tätig sind, vorrangig ökologische, wirtschaftliche oder sozialgemeinschaftliche Vorteile bringen.

Als unterstützenswert wird angesehen, wenn neue erneuerbare Erzeugungs-Kapazitäten (Strom und Wärme) aufgebaut bzw. die bestehenden ausgebaut werden, wenn systemdienliche bzw. Energiemanagement-Maßnahmen, in Form von aktiven (z.B. Speicher) oder passiven (z.B. nachfragesteuernden) Maßnahmen umgesetzt werden bzw. wenn Mobilitäts- und/oder Wärmeanwendungen einbezogen werden. Speziell unterstützenswert sind Lösungen, die gemeinschaftliche soziale Aspekte und spezielle ökologische Zielsetzungen in den Mittelpunkt stellen. Wichtig dabei ist, dass das eingereichte Projekt Modellcharakter hat und in ähnlicher Form vielfach multiplizierbar ist.

Inhalte

In diesem Programm gewährleistet eine Fachjury die Auswahl jener Projekte aus Stufe 1, 2 und 3, welche einen entsprechenden Innovationsgehalt und Multiplizierbarkeit aufweisen und vorrangig ökologische und sozialgemeinschaftliche Vorteile bringen. Die Umsetzung erfolgt als Beauftragung im Rahmen des BVerG (siehe dazu auch Punkt 5).
Im Rahmen der Projektumsetzung (Stufe 1 und Stufe 3) ist jeweils ein Bericht über die wesentlichsten Errichtungsschritte zu erstellen, wobei auf die Phasen der Konzeptionierung, Akquisition von Mitgliedern, Gründung der Rechtsform inklusive vertraglicher Gestaltung der Innenbeziehungen, Aufbau des Abrechnungssystems und erste Betriebserfahrungen einzugehen ist.
Im Rahmen der Projektsondierung (Stufe 2) ist ein Bericht über die wesentlichsten geplanten Errichtungsschritte zu erstellen, wobei auf die Phasen der Konzeptionierung, Akquisition von Mitgliedern, etc. einzugehen ist.

Stufe 1: Pionierphase

Im Rahmen der Stufe 1 des Programms werden Projekte mit einem bereits hohen Konkretisierungsgrad („Pioniere“) mit der detaillierten Dokumentation des Umsetzungskonzeptes und der Umsetzung beauftragt. Ziel des Umsetzungskonzeptes ist die konkrete Gründung einer Energiegemeinschaft inklusive Monitoring über zwei Betriebsjahre. Die Beauftragung umfasst dabei sowohl die Gründungskosten als auch die Erstellung eines technisch/wirtschaftlichen Konzepts sowie die Monitoringkosten für die ersten beiden Betriebsjahre.

Stufe 2: Sondierungsphase

Im Rahmen der Stufe 2 des Programms wird die Vor- und Entwicklungsphase („Sondierung“) einer Energiegemeinschaft unterstützt. In dieser Phase soll ein Konzept für die Realisierung einer Energiegemeinschaft entwickelt werden. Die Beauftragung umfasst die Kosten für die Erstellung des Konzeptes.

Stufe 3: Integrationsphase

Im Rahmen der Stufe 3 des Programms werden zukünftige Energiegemeinschaften mit der Erstellung eines Umsetzungskonzeptes und der konkreten Umsetzung beauftragt. Ziel des Umsetzungskonzeptes ist die Gründung einer Energiegemeinschaft inklusive Monitoring über zwei Betriebsjahre. Die Beauftragung umfasst dabei sowohl die Gründungskosten als auch die Erstellung eines technischen Konzepts sowie die Monitoringkosten für die ersten beiden Betriebsjahre.

Hinweis:

Ein Projekt kann bei Stufe 2 und/oder Stufe 3 einreichen, sofern keine Beauftragung aus Stufe 1 vorliegt. Projekte, die in Stufe 1 beauftragt wurden, können nicht mehr mit Stufe 2 und/oder Stufe 3 beauftragt werden.

Beurteilungskriterien

Bei der Auswahl durch die Jury kommen folgende Beurteilungskriterien zur Anwendung:

  • Energiegemeinschaft 
    Beabsichtigte Ziele der Energiegemeinschaft in ökologischer, sozialgemeinschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht
    Größe der Energiegemeinschaft (Mitgliederanzahl) und Möglichkeiten der stetigen Erweiterung
    Diversität der Mitglieder (Haushalte, Gemeinden, KMUs, Genossenschaften, etc.)
    Bereitschaft der Mitglieder die Energiegemeinschaft tatsächlich zu Gründen und Planungsauftrag an das/die antragstellende Unternehmen/Organisation (z.B. LOI)
    Unabhängigkeit und Neuartigkeit (je geringer der Anteil von klassischen Energieversorgern lt. ElWOG)
  •  Technologische Aspekte 
    Technologieoffenheit (Photovoltaik, Kleinwasserkraft, (Klein)Windkraft, Bioenergie, etc.) und Größe bzw. Innovationsgrad der Energieerzeugungsanlagen
    Sektorenkopplung, Verbindung mit E-Mobilität und/oder Wärme
    Einsatz von Speichertechnologie bzw. Maßnahmen des Energiemanagements
    Weitere innovative Ansätze
  • Energieerzeugung und – verteilung 
    Ausmaß der geplanten Errichtung neuer Erzeugungskapazitäten im Verhältnis zur Größe der Energiegemeinschaft
    Ausbau-/Erweiterungspotenziale der Erzeugungskapazitäten der geplanten Energiegemeinschaft bei stetiger Erweiterung
    Vorgespräche mit dem Netzbetreiber (z.B. LOI)
    Flexibilität und Netzdienlichkeit
    Angestrebter Grad der Autonomie
    Grad der Sicherheit für die Energielieferung, Wartung und Service bzw. Ausfallsicherheit
  • Nutzen der Teilnahme am Programm
    Ökologische Vorteile der Energiegemeinschaft
    Wirtschaftliche Vorteile
    Regionalwirtschaftlicher Nutzen
    Sozialgemeinschaftliche Vorteile und Adressierung von Energiearmut
    Multiplizierbarkeit (grundsätzliche Multiplizierbarkeit wird vorausgesetzt)
  • Angemessenheit der Kosten 

Beauftragungssummen & Einreichfristen

Die Höhe der Beauftragung (inkl. aller Abgaben und Steuern) der Stufe 1 Pionierphase beträgt max. 25.000 Euro. Einreichungen sind von 20.09.2021 bis 31.10.2021 (12 Uhr) möglich.

Die Höhe der Beauftragung (inkl. aller Abgaben und Steuern) der Stufe 2 Sondierungsphase beträgt max. 5.000 Euro. Einreichungen  sind von 01.11.2021 bis 31.12.2021 (12 Uhr) möglich.

Die Höhe der Beauftragung (inkl. aller Abgaben und Steuern) der Stufe 3 Integrationsphase beträgt max. 20.000 Euro. Einreichungen sind von 01.01.2022 bis 28.02.2022 (12 Uhr) möglich.

Die benötigte Höhe wird vom Antragsteller bei der Einreichung bekannt gegeben. Für alle Stufen behält sich die Jury vor, die Höhe der Beauftragung auf Angemessenheit zu prüfen und gegebenenfalls zu reduzieren. Projekte, deren Kosten die maximale Förderhöhe übersteigen werden ausgeschieden und nicht weiterbearbeitet.

50 % der Unterstützung werden bei Auftragsvergabe ausbezahlt. Der Restbetrag wird nach Abnahme des jeweiligen Endberichts sowie eines zur Veröffentlichung bestimmten publizierbaren Berichts bezahlt.