Was sind Energiegemeinschaften?

Einfach gesagt, ist eine Energiegemeinschaft der Zusammenschluss von mindestens zwei Teilnehmern, zur gemeinsamen Produktion und Verwertung von Energie.

Hintergrund

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespaket (EAG-Paket) wurde am 07.07.2021 im österreichischen Nationalrat beschlossen, ein großer Teil der neuen Vorschriften ist mit dem 28.07.2021 in Kraft getreten.

Ziel dieser Gesetze ist, die Stromversorgung des Landes bis 2030 auf 100 Prozent Strom (bilanziell) aus erneuerbaren Energieträgern umzustellen und bis 2040 die Klimaneutralität zu erreichen. Mit dem EAG werden wichtige Vorgaben aus dem „Clean Energy for all Europeans Package“ (CEP) der Europäischen Union in Österreich umgesetzt. Die Möglichkeit in Zukunft Energiegemeinschaften zu gründen, ist ein Teil davon.

 

Neue Modelle, neue Möglichkeiten

Schon mit der „kleinen Ökostrom-Novelle 2017“ wurde in Österreich die Möglichkeit geschaffen, dass mehrere Personen auf einem Grundstück gemeinschaftlich Strom produzieren und verwerten (Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen: Nutzung einer Leitungsanlage innerhalb eines Gebäudes durch mehrere Partein).

Das Modell der Energiegemeinschaften reicht deutlich weiter.

Mit den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen wird es erstmals möglich, dass sich Personen zusammenschließen und über Grundstücksgrenzen hinweg Energie

  • produzieren
  • speichern
  • verbrauchen
  • und verkaufen.

Die neuen Gesetze definieren zwei Energiegemeinschafts-Modelle: die lokal beschränkte „Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft“ und die innerhalb Österreichs geografisch unbeschränkte „Bürgerenergiegemeinschaft“.

Das ist keine Energiegemeinschaft (EG)

Das Wort „Energiegemeinschaft“ ist schon in aller Munde, doch viele wissen noch nicht genau, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Das EAG-Gesetzespaket definiert die Energiegemeinschaften ganz klar und sieht einige Einschränkungen vor.

Eine Person (natürlich oder juristisch) allein kann keine Energiegemeinschaft gründen. Jede EG benötigt zwei oder mehr Mitglieder bzw. Gesellschafter.

Unternehmen (KMUs) können sich an EEGs beteiligen, die Teilnahme darf aber nicht ihr gewerblicher oder beruflicher Hauptzweck sein. Großunternehmen sind von der Teilnahme an EEGs ausgeschlossen.

Elektrizitäts- und Erdgasunternehmen dürfen sich nicht an EEGs beteiligen, das gilt auch für Erzeuger, die von Energieunternehmen (Versorger, Lieferanten, Stromhändler) kontrolliert werden. Hinweis: In BEGs ist die Teilnahme von Energieversorgungsunternehmen möglich, die Kontrollausübung ist jedoch nur natürlichen Personen, Gebietskörperschaften und Kleinunternehmen erlaubt. Mittel- und Großbetriebe sind davon ausgeschlossen.

Weitere Information finden Sie in diesem Webinar:

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