Umfrage: Ergebnisse zu Daten & Messwerte in Energiegemeinschaften
30.06.2025
Seit rund vier Jahren können in Österreich Energiegemeinschaften (EG) gegründet und betrieben werden – ein bedeutender Schritt für eine dezentrale, partizipative Energiewende. Seit 2024 ist zudem die Teilnahme an mehreren EG über einen Teilnahmefaktor möglich. Grundlage für das Funktionieren dieser Modelle ist die zuverlässige Bereitstellung von Viertelstundenwerten durch die Netzbetreiber – diese sind essenziell für die Abrechnung und ermöglichen zusätzliche Auswertungen, Optimierungen und Visualisierungen.
Mit Herbst 2024 wurden neue Marktprozesse zur Ersatzwertbildung eingeführt, die die Datenverfügbarkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit verbessern sollen. Doch wie gut funktioniert das in der Praxis?
In Zusammenarbeit mit der Forschung Burgenland hat die Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im April und Mai 2025 eine österreichweite Online-Umfrage durchgeführt, um die Erfahrungen von Betreiber:innen, Teilnehmer:innen und Dienstleistern mit der Datenbereitstellung, Abrechnung und Nutzung des EDA-Portals zu erfassen. Insgesamt haben 282 Personen teilgenommen – der Großteil davon (73 %) kümmert sich direkt um den Betrieb und/oder die Abrechnung einer EG.
Große Bandbreite an Erfahrungen: Netzbetreiber als Schlüsselfaktor
Die Rückmeldungen zeigen ein sehr differenziertes Bild: Erfahrungen mit dem Betrieb von EG unterscheiden sich nicht nur zwischen den Modellen GEA, EEG und BEG, sondern stark abhängig vom zuständigen Netzbetreiber. Die Einschätzungen reichen von „perfektem Support und flotter Datenbereitstellung“ bis zu „gravierenden Unterschieden bei der Datenübermittlung“.
Gerade bei netzgebietsübergreifenden Initiativen mit mehreren Netzbetreibern steigen die Fehlerquellen deutlich. Die Umfrage zeigt auch strukturelle Unterschiede zwischen den Gemeinschaften auf – was die Notwendigkeit maßgeschneiderter, flexibler Lösungen betont.
Zentrale Erkenntnisse aus den offenen Rückmeldungen:
- BEGs gelten als komplexer und fehleranfälliger als EEGs oder GEAs.
- Lokales Engagement ist entscheidend für Aufbau, Stabilität und Weiterentwicklung.
- Die Größe der EG spielt eine wichtige Rolle: „Je größer, desto schwieriger.“
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Immer mehr, vor allem größere Projekte, nutzen die KEP-Schnittstelle um die Messwerte vom Netzbetreiber zu erhalten.
- Kritisiert wird der teilweise verspätete und unvollständige Datenversand
- Positiv Hervorgehoben wird u.a. die zeitnahe Registrierung/Deregistrierung von Zählpunkten
Vergleich 2023 – 2025: Mehr Teilnehmer:innen, mehr Schnittstellen, gleiche Kernprobleme
Gegenüber 2023 hat sich die Zahl der Teilnehmenden mehr als verdreifacht. Bei der Bewertung mit Schulnoten zeigen sich Verbesserungen bei Abrechnung, Registrierung und Datenzugang.
Trotzdem bleiben zentrale Herausforderungen bestehen – insbesondere bei der Aktualität und Vollständigkeit der Daten sowie in der Kommunikation mit Netzbetreibern.
Rückmeldungen zum EDA-Portal
Das EDA-Portal ist mittlerweile das Rückgrat der Datenprozesse in Energiegemeinschaften – doch die Umfrage zeigt auch klar, dass es an mehreren Stellen noch Weiterentwicklungsbedarf gibt.
Für ein stabiles, transparentes und skalierbares Datenmanagement braucht es:
- robuste Schnittstellen,
- klare Kommunikation,
und aktive Einbindung der Anwender:innen – etwa durch Pilotprojekte, Usability-Tests oder begleitende Feedbackformate.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden und nutzen die Ergebnisse, um gemeinsam mit Netzbetreibern, IT-Dienstleistern und Energiegemeinschaften konkrete Verbesserungsschritte anzustoßen.