Glossar

Wir stellen Ihnen eine Sammlung wichtiger Begriffe vor, die für Energiegemeinschaften von Bedeutung sind.
Unser Glossar wird laufend erweitert und aktuell gehalten.

Aufteilungsschlüssel – Innerhalb einer Energiegemeinschaft muss festgelegt werden, wie die verfügbare Energie zwischen den einzelnen Beteiligten aufgeteilt wird. Die Energieaufteilung kann entweder als statische oder dynamische Verteilung erfolgen. Jede Energiegemeinschaft kann den Aufteilungsschlüssel selbst bestimmen.

Aggregator – Darunter werden Akteur*innen bezeichnet, die für den Handel und Lieferung von Energie zuständig sind. Bilanzkreise werden dabei nicht bewirtschaftet. Dadurch werden Erzeugungsanlagen oder Speichersysteme vermarktet und gepoolt.

Aggregierung – Eine von einer natürlichen oder juristischen Person ausgeübte Tätigkeit, bei der mehrere Kundenlasten oder erzeugte Elektrizität zum Kauf, Verkauf oder zur Versteigerung auf einem Elektrizitätsmarkt gebündelt werden bzw. wird.

Bürgerenergiegemeinschaft – Eine Bürgerenergiegemeinschaft zeichnet sich dadurch aus, dass die Mitgliedschaft nicht auf die Beteiligten innerhalb eines bestimmten räumlichen Bereiches begrenzt ist. Bürgerenergiegemeinschaften können sich über ganz Österreich erstrecken. Eine Bürgerenergiegemeinschaft ist auf das Teilen von Strom beschränkt, wobei die Quellen dieses Stroms sowohl fossile als auch erneuerbar sein dürfen.

Clean Energy for all Europeans Package – auch Clean Energy Package (CEP) genannt. Das CEP ist eine umfassende Aktualisierung des energiepolitischen Rahmens der EU, um den Übergang weg von fossilen Brennstoffen hin zu sauberer Energie zu erleichtern und die Verpflichtungen der EU aus dem Pariser Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu erfüllen.

Direktverbrauch/Direktbezug – Jene Menge an Energie, die von Beteiligten, die eine eigene Erzeugungsanlage besitzen, direkt verbraucht wird. Diese Menge an Energie wird „hinter dem Netzanschlusspunkt“ verbraucht und kommt somit mit dem öffentlichen Netz nie in Berührung.

Electricity Market Directive – Das Clean Energy for all Europeans Package umfasst insgesamt acht Direktiven mit unterschiedlichen Themen. Eine davon ist die Electricity Market Directive – die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie, die unter anderem europäische Vorgaben für die Umsetzung von Bürgerenergiegemeinschaften darlegt.

Elektrizitätsabgabe – Diese Abgabe ist ein Bestandteil der Stromrechnung und wird per Verordnung festgesetzt. Sie beträgt derzeit 1,5 Cent/kWh. Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften sind für Stromlieferungen zwischen den Beteiligten der Energiegemeinschaft in gewissen Fällen von dieser Abgabe befreit.

Energiewende – Unter Energiewende versteht man den Übergang von der vorwiegenden Nutzung fossiler Energieträger zur Energieerzeugung hin zur Nutzung erneuerbarer Energieträger. Fossile Energieträger sind solche, deren Nutzung die Umwelt stark belastet und zum Klimawandel beiträgt. Beispiele für fossile Energieträger sind Kohle, Erdöl und Gas. Erneuerbare Energieträger hingegen erlauben eine saubere, umweltverträgliche Energieerzeugung. Beispiele für erneuerbare Energieträger sind Sonne, Wind und Wasser.

Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft – Eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft zeichnet sich besonders durch Regionalität aus. Die Beteiligten müssen sich in unmittelbarer räumlicher Nähe zueinander befinden (sie müssen zumindest über denselben Mittelspannungsabzweig miteinander verbunden sein). Es ist u.a. möglich, Strom und Wärme innerhalb der Gemeinschaft zu teilen, jedoch muss die erzeugte Energie aus erneuerbaren Quellen sein.

Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) – Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz wurde am 07.07.2021 im Nationalrat beschlossen und wird voraussichtlich im Sommer 2021 in Kraft treten. Es soll den Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung und damit die Energiewende vorantreiben. Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz setzt in Kombination mit Anpassungen des Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetzes (ElWOG 2010) die europäischen Vorgaben für Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften und Bürgerenergiegemeinschaften in nationales Recht um.

Erneuerbaren-Förderbeitrag – Die Erneuerbaren-Förderpauschale ist von den Netzbetreibern den Endverbrauchern in Rechnung zu stellen und ist fixer Bestandteil der Stromrechnung. Der Erneuerbaren-Förderbeitrag wird für den Stromaustausch innerhalb einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft vollständig erlassen. Bisher war der Erneuerbaren-Förderbeitrag als Ökostromförderbeitrag bekannt.

Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen – Der ursprüngliche Begriff einer gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage wurde 2017 geprägt. Seit 2017 sind gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen innerhalb von Mehrparteienhäusern erlaubt. Die gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen sind dadurch charakterisiert, dass Bewohner von Mehrparteienhäusern den erzeugten Strom gemeinschaftlich nutzen können, dieser Strom wird nicht über das öffentliche Netz transportiert bzw. verteilt.

Intelligente Messgeräte – Intelligente Messgeräte (oder auch Smart Meter genannt) sind in der Lage, den Energieverbrauch eines Haushaltes zumindest in 15-minütiger Auflösung zu messen. Intelligente Messgeräte sind wichtig für Energiegemeinschaften, um Energieverbrauch und Energieerzeugung präzise zu messen, um folgend eine korrekte Energiezuordnung und Abrechnung zu ermöglichen.

Konzessionsgebiet (eines Netzbetreibers) – Der Begriff des Konzessionsgebiets wird in Verbindung mit Verteilernetzbetreibern verwendet. In Österreich gibt es unterschiedliche Verteilernetzbetreiber, welche jeweils in einem Konzessionsgebiet tätig sind. Beteiligte von Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften dürfen nur im Konzessionsgebiet ein und desselben Netzbetreibers verbunden sein.

Netzebenen – Das österreichische Stromnetz wird in sieben verschiedene Netzebenen (unterschiedliche Spannung) unterteilt, wobei Netzebene 7 die „niedrigste“ Netzebene (Niederspannung) ist. Haushaltskunden sind ausschließlich an Netzebene 7 angeschlossen. Netzebene 1 ist die Höchstspannungsebene, Netzebene 3 ist das Hochspannungsnetz, Netzebene 5 ist Mittelspannung und Netzebene 7 Niederspannung. Die jeweiligen dazwischenliegenden Netzebenen dienen der Umspannung zwischen den einzelnen Spannungsebenen. Erneuerbare-Energiegemeinschaften dürfen innerhalb der Netzebenen 5,6 und 7 agieren, Bürgerenergiegemeinschaften dürfen die Netzebenen 1-7 beanspruchen.

Netztarif – Der Netztarif ist ein fixer Bestandteil der Stromrechnung und setzt sich aus Netznutzungsentgelt und Netzbereitstellungsentgelt zusammen. Netztarife werden für Stromtransfer zwischen Mitgliedern Erneuerbarer-Energie-Gemeinschaften reduziert und bieten somit einen weiteren finanziellen Anreiz, Energie möglichst lokal zu verbrauchen.

Niederspannungsnetz – Das Niederspannungsnetz ist die niedrigste Spannungsebene mit 400 V. Das Niederspannungsnetz wird auch als Netzebene 7 bezeichnet. An dieser Netzebene sind alle Haushaltskunden angeschlossen.

Mittelspannungsnetz – Das Mittelspannungsnetz wird auch als Netzebene 5 bezeichnet und hält üblicherweise Spannungen von 10 kV bis 35kV.

Hochspannungsnetz – Das Hochspannungsnetz ist für die überregionale Stromverteilung zuständig und wird auch als Netzebene 3 bezeichnet. Die Spannung beträgt zwischen 60 kV und 110 kV.

Höchstspannungsnetz – Das Höchstspannungsnetz wird auch als Übertragungsnetz definiert und wird auch als Netzebene 1 bezeichnet. Die Spannung beträgt zwischen 220 kV und 400 kV.

Regulierungsbehörde – Eine Regulierungsbehörde (oder auch Regulator) genannt ist eine staatliche wettbewerbspolitische Einrichtung. Im Energiebereich ist die Regulierungsbehörde die E-Control. Diese wurde mit der Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes 2001 eingerichtet und gilt als politisch und finanziell eigenständige Institution, die wettbewerbsfördernde Regularien aufstellt und überwacht und dafür sorgt, dass Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit beim Energieverbrauch gewährleistet werden kann.

Ökostromförderbeitrag – Der Ökostromförderbeitrag war bisher fixer Bestandteil der Stromrechnung und wird mit 2021 in den Erneuerbaren-Förderbeitrag umbenannt. Für weitere Informationen lesen Sie bitte bei „Erneuerbaren-Förderbeitrag“ nach.

Sektorenkopplung – Sektorenkopplung ist ein vielfältig genutzter Begriff, weshalb es keine einheitliche Definition gibt. Sektorenkopplung bedeutet, dass einzelne Sektoren (z.B. Wärme- und Stromsektor oder Energie- und Industriesektor) nicht getrennt betrachtet werden, sondern eine „Kooperation“ dieser Sektoren zu verbesserten Ergebnissen für alle Beteiligte führt und somit die Energiewende vorantreibt. Als klassisches Beispiel kann das Aufladen des E-Autos in der Garage durch den eigens produzierten Strom der PV-Anlage am Hausdach genannt werden.

Smart Meter – Für die Erklärung sei auf „Intelligente Messgeräte“ verwiesen.

Begriffsbestimmungen – Strommarkt

Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control stellt sowohl einen Überblick des österreichischen Strommarktes als auch eine umfassende Begriffssammlung zum Thema Strom zur Verfügung.