Beteiligte in einer Energiegemeinschaft

Neben den ganz grundlegenden Funktionen der Produktion und Verwertung, ist es Energiegemeinschaften erlaubt, noch weiteren Tätigkeiten nachzugehen. Sie dürfen Energie speichern und verkaufen, und andere Energiedienstleistungen wie die der Aggregierung erbringen. Unterschiedliche Aufgaben können von verschiedenen Akteuren in und um eine Energiegemeinschaft erfüllt werden.

Aggregator

Als Aggregatoren werden Akteure bezeichnet, die Energie handeln und liefern ohne dabei eigene Bilanzkreise zu bewirtschaften. Ihr Geschäftsmodell besteht vor allem darin, Erzeugungsanlagen, flexible Verbraucher und Speichersysteme zu poolen und zu vermarkten. Sie skalieren damit kleine Anlagen auf ein handelbares Volumen.

Energiedienstleister

Energiedienstleister sind für die Umsetzung von Leistungen, wie Energieverrechnung oder Energieeffizienzmaßnahmen, bei ihren Kunden zuständig. Im Vergleich zu Energieversorgern gelten keine speziellen Voraussetzungen. Im Bereich der Energiegemeinschaften ist davon auszugehen, dass Dienstleistungen hauptsächlich im Bereich der Energiezuordnung und Verrechnung sowie im Anlagen-Contracting angeboten werden.

Energieversorgungsunternehmen (EVU)

Energieversorger beliefern ihre Kunden mit Elektrizität und nehmen produzierten Strom ab. Ihre Teilnahme an Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG) ist ausgeschlossen. An Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) ist eine Teilnahme möglich, jedoch ohne Entscheidungsbefugnisse. Energiegemeinschaften dürfen per Gesetz als Energieversorger am Markt auftreten und Energie verkaufen.

Erzeuger

Ein Erzeuger ist eine juristische oder natürliche Person, oder eine eingetragene Personengesellschaft, die elektrische Energie erzeugt und ins Netz einspeist. Innerhalb von Energiegemeinschaften (EG) spielen Erzeuger eine wichtige Rolle. Durch die Teilnahme an EG wird die produzierte elektrische Energie nicht zur Gänze ins öffentliche Netz eingespeist, sondern je nach Tageszeit und Verbraucherverhalten den EG-Mitgliedern (Verbraucher*innen) zur Verfügung gestellt. Dadurch können sowohl die Erzeuger von einem attraktiveren Verkaufspreis als auch die Verbraucher*innen von einem günstigeren Einkaufspreis profitieren.

Initator*innen

Initiator*innen sind Akteure, die die Gründung einer Energiegemeinschaft in die Wege leiten und die anfängliche Organisation übernehmen. Sie können selbst natürlich auch an Energiegemeinschaften teilnehmen.

Netzbetreiber

Netzbetreiber sind für den Transport (Übertragungsnetzbetreiber) und Verteilung (Verteilernetzbetreiber) elektrischer Energie sowie für die Gewährleistung der Netzstabilität zuständig. Bezogen auf Energiegemeinschaften spielen Netzbetreiber eine wesentliche Rolle: Sowohl die Verteilung der Energie von den Erzeugern zu den Verbrauchern, als auch die Übermittlung von Mess- und Verrechnungsdaten fallen in ihren Aufgabenbereich und sind essentiell für Energiegemeinschaften.

Eine ausführliche Erklärung einzelner Rollen auf dem Strommarkt und ihrer Aufgaben finden sie auf der Homepage der österreichischen Regulierungsbehörde E-Control.

Prosumer

Prosumer (Producer und Consumer) vereinen die Rolle der Erzeuger*innen und Verbraucher*innen. Durch die Entwicklung von Technologien wie der Photovoltaik ist es für Verbraucher*innen einfacher geworden, elektrische Energie auch selbst zu produzieren. Neben großen herkömmlichen Kraftwerken gewinnen kleinere, dezentrale Produktionseinheiten mehr Bedeutung.

Verbraucher*innen

Verbraucher*innen im herkömmlichen Sinn sind Kund*innen von Energieversorgern oder anderen Energiedienstleistern. Durch die Realisierung von Energiegemeinschaften werden Verbraucher*innen zu aktiven Teilnehmer*innen der Energiewende und können in vielerlei Hinsicht (Umwelt, Wirtschaft, Soziales) profitieren.